Regen. Überall Regen. Meine Hosenbeine sind durchnässt. Meine Schritte werden schwerer. Regentropfen gleiten langsam und perlenförmig an meinem frisch rasierten Schädel herab. Ich versuche einige von ihnen aus meinem Gesicht zu wischen. Doch dies ist ein aussichtsloser Kampf. Ich lasse davon ab. Ich blicke nach vorne. Und sehe Regen. Überall nur Regen. Ich kneife meine Augen zu, um zu verhindern dass Regentropfen in sie fallen. Doch auch dies ist aussichtslos. Ich bleibe stehen. Ich greife eine Gauloises-Packung aus meiner durchnässten Hosentasche. Die Kanten der Packung sind durch den Regen aufgeweicht und haben längst ihre rote Farbe verloren. Anschließend entnehme ich die letzte Zigarette aus der Packung. Doch sie entgleitet meiner nassen linken Hand und fällt in den endlosen Regen. Ich beobachte noch für einen Moment ihren Fall, doch lasse auch davon ab. Ich gehe weiter. Die Menschen um mich herum versinken in Regen und Hektik. Sie versuchen dem Regen zu entfliehen. Dabei ist es aussichtslos. Regen. Überall Regen. Einzig den Vögeln scheint der Regen Freude zu bereiten. Sie zwitschern und singen. Ich greife mein Handy aus der Jackentasche. Wische die Regentropfen vom Display. Immer noch keine Antwort, nachdem sie heute Morgen unser ursprünglich geplantes Vorhaben mal wieder abgesagt hat. Abgesagt, wegen des Regens. Ich bleibe stehen. Ich übergebe jegliche Gedanken an sie in die Obhut des Regens. Er soll sie wegspülen. Er soll mich reinigen, damit ich schweren Schrittes weiter gehen kann. Regen. Überall Regen. Ich hab sie verloren im endlosen Regen und flüstere leise: Lebe wohl. Ich bin frei.